Wie Kneipp bei Diabetes hilft

Vollkorn- statt Weißbrot und andere Kneipp-Tipps für ZuckerkrankeWie Kneipp bei Diabetes hilft - Vollkorn- statt Weißbrot und andere Kneipp-Tipps für Zuckerkranke

Mehr als 6 Millionen Diabetiker gibt es in Deutschland. Tendenz steigend. Weil man über Jahre hinweg keine Schmerzen oder Symptome bemerkt, bleibt Diabetes lange unerkannt. Oft mit schwerwiegenden Folgen. Mit Tipps aus Kneipps Lehre lässt sich Diabetes vorbeugen und mit der Erkrankung besser leben.

Bei Diabetes verfügt der Körper über kein oder zu wenig Insulin, sodass der Blutzuckerspiegel nicht ausreichend reguliert wird. In der Folge kommt es häufig zu gefährlichen Folge-Erkrankungen wie Nervenstörungen mit Taubheitsgefühl meist in den Beinen und Durchblutungsstörungen, die zu Schlaganfall, Herzinfarkt, Nierenversagen und Amputation führen können.

Laut Diabetes Atlas der Internationalen Diabetes Föderation (IDF) sind weltweit heute bereits 415 Millionen Menschen an Diabetes erkrankt. 2040 könnte die Zahl auf 642 Millionen steigen, wie die IDF annimmt. Etwa 46 Prozent der von Diabetes Betroffenen wissen und merken nichts von ihrer Erkrankung. "Die Zuckerkrankheit tut anfangs nicht weh", erklärt Dr. Peter Schneiderbanger, Allgemeinmediziner und diabetologisch qualifizierter Arzt in Bad Wörishofen.

Gerade bei Diabetes Typ 2, der häufigsten Diabetes-Art, hat neben einer familiären Veranlagung auch der eigene Lebensstil großen Einfluss: Übergewicht, mangelnde Bewegung und eine unausgewogene Ernährung sind als Risikofaktoren bekannt. "Kneipp hilft in der Diabetes-Prävention die Risikofaktoren zu reduzieren und Folgeschäden zu verhindern oder zumindest zu verzögern", so Schneiderbanger. Speziell Übergewicht wird immer öfter beobachtet, vielfach schon bei Kindern und Jugendlichen. Es schädigt langfristig das Herz-Kreislauf-System und den Stoffwechsel und könnte auch ein Grund dafür sein, warum heute mehr Jugendliche an Diabetes erkranken.

Wie also kann Kneipps Lehre bei Diabetikern zu mehr Lebensqualität verhelfen?

Schneiderbanger empfiehlt Wechsel-Anwendungen wie Fußbäder oder Kniegüsse. Sie fördern die Durchblutung und stimulieren die Nerven. Wichtig ist auch, sich regelmäßig zu bewegen: ob Radfahren, Schwimmen, Wandern, Laufen z. B. auf den Terrainkurwegen rund um Bad Wörishofen oder Nordic Walking – Hauptsache regelmäßig, am besten mindestens dreimal pro Woche.

Auch die richtige Ernährung spielt eine große Rolle für den Blutzuckerspiegel. Deshalb sollten Diabetiker schnell verdauliche Kohlenhydrate wie Weißmehl, Zucker und andere gesüßte Lebensmittel möglichst vermeiden. Stattdessen stehen naturbelassene Lebensmittel, viel Vollkornprodukte, Ballaststoffe, frisches Obst und Gemüse auf dem gesunden Speiseplan. "Pfarrer Kneipp empfahl eine gesunde und natürliche Kost, um dem Körper die notwendigen Mineralien, Spurenelemente und Vitamine zuzuführen", erklärt Heilpraktikerin Ines Wurm-Fenkl in ihrem Buch "Richtig kneippen". Ziel der Kneippschen Ernährung ist es, den Stoffwechsel zu entlasten. Übergewichtigen Diabetes-Patienten rät der Arzt Schneiderbanger zudem abzunehmen. Auch wenn sich die diabetische Kost wenig von allgemeinen Ernährungsempfehlungen unterscheidet, so gilt für Diabetiker ganz besonders, Nahrungspausen zwischen den Hauptmahlzeiten streng einzuhalten.

Nicht nur ein geordneter Ernährungsablauf ist wichtig. "Der Diabetiker muss Ordnung in seinen Tagesablauf bringen, wo es geht Stress vermeiden und sich mit seiner Erkrankung auseinandersetzen", so Schneiderbanger. Als persönlichen Tipp gibt er seinen Kurgästen und Patienten auf den Weg: "Bewegen Sie sich so viel wie möglich (auch im Winter), fördern Sie mit gelegentlichen Wechselfußbädern und -kniegüssen die Durchblutung in den Beinen und achten Sie auf Ihre Gesundheit."

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