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Die 5 Säulen der Kneipp- Therapie:

Die Kneipp-Kur von heute macht sich die Erkenntnisse der modernen Physiotherapie und der wissenschaftlichen Naturheilkunde zunutze, zwei Wissenschaftszweige, welche die von Kneipp empirisch (in der Praxis) entwickelten Behandlungen bestätigen.
Wer sich einer Kneipp-Kur mit Erfolg unterziehen will, sollte sich mit dieser Heilmethode eingehend befassen. Von der genauen Kenntnis der Kneippschen Anwendungen sowie einer genügenden Einsicht in das Krankheitsgeschehen und in den Heilungsvorgang hängt für den einzelnen der Kurerfolg ab.
Seb. Kneipps Lehre vom gesunden Leben und naturgemäßen Heilen, lässt sich heute in der therapeutischen Wirkung von fünf Säulen bei der richtig praktizierten Physiotherapie wiederfinden.

Das Einpendeln aller fehlgesteuerten Körperfunktionen auf das gesunde Normalmaß ist die Aufgabe dieser 5-Säulen- Therapie.

Die Hydrotherapie

Die Hydrotherapie ist die Behandlung mit Waschungen, Wickeln, Güssen und Bädern, wobei das Wasser als Träger von thermischen, chemischen und mechanischen Reizen den Organismus zu gesundheitsfördernden Reaktionen aufruft, z. B. zum Gefäßtraining. Kneipp dazu: »Die beste Abhärtung ist der beste Schutz, wie sie auch das erste Heilmittel ist, und die Abhärtung kann nur durch das kalte Wasser erreicht werden." (MI: 1894, S. 195) Es soll hier versucht werden, allgemeinverständlich auf diese Fragen einzugehen. Das Wasser dient bei den Kneippschen Anwendungen als Träger von verschiedenen Reizen, thermischen (Kälte oder Wärme), mechanischen (z. B. beim Blitzguß) oder chemischen (Arzneipflanzen), die den Organismus zu einer positiven Reaktion veranlassen. Durch diese gesetzten Reize sollen Regulationsmechanismen in Gang gebracht werden. Wichtig ist, daß in erster Linie diese Reize nach dem Kräfte- und Reaktionszustand des zu behandelnden Menschen eingesetzt werden. Diese Reize werden von kleinen Nervenpunkten in der Haut aufgenommen und zum Zentralnervensystem weitergeleitet, von wo aus bestimmte Funktionen in Gang gesetzt werden. Letztlich wird alles, was unter dem Einfluß einer solchen Maßnahme abläuft, vom unbewußten, vegetativen Nervensystem reguliert und in Gang gesetzt. So könnte man sagen, daß dieses Nervensystem, das alle dem Willen nicht unterworfenen Funktionen wie die Atmung, die Schlagfrequenz des Herzens usw. steuert, einen Angriffspunkt für Wasseranwendungen darstellt. Und in der Tat ist es so, daß viele sog. funktionelle Störungen, bei denen also noch kein organischer Schaden festzustellen ist und die häufig unter dem Begriff der »Vegetativen Dystonie" laufen, durch diese Wasseranwendungen sehr günstig beeinflußt werden. Man spricht in diesem Zusammenhang von der vegetativen Umstimmung, d. h. die Funktionen des Körpers, die fehlgesteuert waren, pendeln sich zur Norm ein und können sich vorteilhaft auf den Blutdruck, auf das hormonelle System, auf den Stoffwechsel usw. auswirken. Herz und Kreislauf werden nachhaltig durch Wasseranwendungen beeinflußt. Es kommt in jedem Fall zu einer besseren Durchblutung der Haut und damit zu beachtlichen Verschiebungen im gesamten Kreislauf. Damit verbunden ist häufig eine Entlastung der Herztätigkeit, d. h. das Herz kann wieder ökonomischer arbeiten, es nutzt sich weniger ab.

Ziel der Kneippschen Behandlung ist, durch Harmonisierung aller Grundfunktionen wie Kreislauf, Atmung, Stoffwechsel, Schlaf, Verdauung die körpereigenen Kräfte zu aktivieren. Deshalb wird der betreffende Mensch wieder leistungsfähiger, es weicht die allgemeine Müdigkeit, die belastenden Stoffe werden vermehrt ausgeschieden, was z. B. bei Gicht, Rheuma usw. von Bedeutung ist. Auch das hormonelle System wird nachhaltig beeinflußt. Man hat festgestellt, daß es unter dem Einfluß Kneippscher Kaltanwendungen (Wickel) zu einer vermehrten Produktion von Cortisol kommt. Dieses Hormon spielt in der körpereigenen Abwehr eine wesentliche Rolle, wodurch die Anfälligkeit gegen Infektionen wie Grippe, Schnupfen oder Bronchitis stark vermindert wird. Die Kneipp- Therapie ist daher auch immer eine Abhärtungsbehandlung, welche die Abwehrkraft des Menschen verbessert.

Eines soll dem interessierten Leser mit auf den Weg gegeben werden:
Erfolge stellen sich nur bei einer regelmäßigen, konsequenten Durchführung von Wasseranwendungen ein. Dies erfordert kleine zeitliche Opfer und Geduld. Man darf nicht erwarten, daß Beschwerden, die schon jahrelang bestehen, innerhalb von 3-4 Wochen verschwinden. Aber es lohnt sich immer, gerade auch bei den vielen schon lange bestehenden sog. chronischen Krankheiten. Die Kneipp- Therapie in ihrer Gesamtheit kann dazu beitragen, daß auch in solchen Fällen das Leben wieder lebenswerter wird.

Die Waschungen

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