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Die Wickel

Auch bei der Wickeltherapie sind die allgemeinen Richtlinien (siehe Goldene Regeln, Seite 11) streng einzuhalten.

Der Kneippsche Wickel besteht aus drei Teilen:

1. dem Wickeltuch
2. dem Zwischentuch
3. dem Wolltuch

Das Wickeltuch muß aus grobporösem Leinen bestehen. Nur dieses Tuch wird naß gemacht. Das Zwischentuch ist ein luftdurchlässiges Leinen- oder Baumwolltuch. Es ist etwa 5 cm größer als das Wickel- und das Wolltuch. Das Wolltuch stellt den Abschluß des Wickels dar. Man kann dafür auch ein Badetuch, ein Handtuch für die kleineren Wickel o. ä. verwenden. In der Größe entspricht es etwa dem Wickeltuch. Luftundurchlässige Stoffe wie Gummi oder Plastikfolien werden nicht verwendet.
Das Anlegen des Wickels soll rasch, allerdings ohne Hast erfolgen.

Die Technik des Anlegens:

Es ist zweckmäßig, das Wolltuch und das Zwischentuch vor dem eigentlichen Anlegen des Wickels im Bett auszulegen. Sind diese Vorkehrungen getroffen, wird das Wickeltuch erst nass gemacht. Am günstigsten ist es, wenn man das Wickeltuch von bei den Seiten her zur Mitte hin aufrollt, so daß es dann schnell im Bett ausgerollt werden kann. Beim Auslegen der Tücher ist unbedingt darauf zu achten, dass etwa 2/3, also der längere Anteil der Wickelbestandteile, auf die dem Behandler gegenüberliegende Seite zu liegen kommen. Sie können dann jeweils gut über den Körper oder den zu wickelnden Körperteil des Patienten geschlagen werden. Ist dies geschehen, so steckt man mit der flachen Hand (Handkante) den übergeschlagenen, langen Anteil des jeweiligen Wickeltuches unter den Körper oder Körperteil des Patienten und zieht mit der anderen Hand den kürzeren Anteil des Wickels gleichzeitig an. Auf diese Weise entsteht ein Zug- Gegenzug, wodurch der Wickel fest angezogen wird und damit gut am Körper anliegt. So werden alle drei Wickeltücher nacheinander angelegt, und es entsteht ein fester, faltenfreier Sitz der Tücher. Sicherheitsnadeln zur Befestigung dürfen nicht gebraucht werden. Nach dem Anlegen der Wickeltücher wird der Patient noch gut eingepackt. Man sollte sich von Zeit zu Zeit nach seinem Befinden erkundigen.

Temperatur der Wickel:

Bei kalten Wickeln verwendet man frisches, kaltes Wasser, wobei eine eventuelle Empfindlichkeit gegen Kälte beim Patienten zu berücksichtigen ist, d. h., man kann durchaus die Wassertemperatur etwas erhöhen, wenn dies erforderlich ist.
Warme Wickel kommen kaum in Frage. Temperatur ca. 42 Grad. Bei heißen Wickeln ist eine Wassertemperatur von 43 - 46 Grad notwendig, denn der Wickel kühlt, bis er fertig angelegt ist, doch aus und hat dann die richtige Temperatur von 39/40 Grad.

Die Wickelmaße und Abgrenzungen (in cm)

  • - Fußwickel 80 × 80 Fuß bis über die Knöchel
  • - Wadenwickel 80 × 80 Knöchel bis Kniegelenk
  • - Beinwickel 80 × 100 Fuß, Unterschenkel, Kniegelenk, Oberschenkel
  • - Armwickel 70 × 90-110 Hand bis Schulter
  • - Halswickel 10 × 60 Hals
  • - Brustwickel 80 × 150 etwa unterer Rippenbogen bis Achselhöhle
  • - Lendenwickel 80 × 150-190 unterer Rippenbogen bis Mitte Oberschenkel
  • - Kurzwickel 80 × 190 Achselhöhle bis Mitte Oberschenkel
  • - Auflagen 80 × 110 Magenauflage: unterer Rippenbogen bis Leistenbeuge
  • - Herzauflage: linke Brustseite
  • - Kompresse 50 × 50 Herzgegend
  • - Oberaufschläger 80 × 130-180 Vorderseite des Rumpfes, vom Hals in Körperbreite bis Knie
  • - Unteraufschläger 80 X 130-180 von den Schultern über den Rükken bis zur Kniebeuge in Körperbreite
  • - Heublumensack Größe nach Bedarf von 25 X 25 bis 30 X 60

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