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Kompressen, Heublumensack und Lehmpackungen

Kompressen (Kpr)

Darunter versteht man kleine Auflagen, örtlich eng begrenzt, z. B. Stirnkompressen, Herzkompressen usw. Je nach Indikation werden sie kalt oder heiß verwandt. Dazu nimmt man die üblichen Wickeltücher und legt diese 4- bis Sfach zusammen. Heiße Kompressen werden zubereitet, indem das Tuch gefaltet und gut in sehr heißes Wasser getaucht wird. Danach wird es herausgenommen, auf ein Handtuch gelegt, in das Handtuch eingewickelt und gut ausgewrungen. Je besser das Tuch ausgewrungen wird, um so länger hält es die Wärme. Wiederum erfolgt Einwicklung mit dem Zwischen- und Wolltuch nach der üblichen Methode. Die heiße Kompresse bleibt so lange liegen, bis sie anfängt abzukühlen, die kalte Kompresse, bis siebeginnt warm zu werden. Sowohl die heißen, als auch die kalten Kompressen können mehrfach erneuert werden.

Der Arzt rät: Die kalte Kompresse beruhigt das nervöse Herz. Sie wird auch bei Verstauchungen, Prellungen, Blutergüssen (als wärmeentziehende Maßnahme) benutzt, und zwar vor allem dort, wo man schlecht einen Wickel anlegen kann. Heiße Auflagen verwendet man vornehmlich, weftn größere warme Anwendungen nicht vertragen werden. In Frage kommen sie bei kolikartigen Schmerzen im Leber-Galle-Bereich, bei Angina pectoris (Herzkranzgefäßverengung- unbedingt den Arzt fragen).

Der Heublumensack (Hs)

Hierbei handelt es sich um eine heiße Anwendung, die als das »Morphium der Naturheilkunde" bezeichnet wird, weil sie stark krampflösend, schmerzstillend und durchblutungsfördernd wirkt. Man benötigt dazu ein grobporöses Leinensäckchen - die Größe kann individuell gewählt werden. Dieses Säckchen wird etwa zu zwei Dritteln mit Heublumen gefüllt. Dies sind kleine Blüten- und Samenteilchen, die reich an ätherischen Ölen sind. Es handelt sich also nicht um zerkleinertes Heu. Der Heublumensack wird im Dampf heiß gemacht, d. h., er darf nicht im Wasser liegen. Man nimmt einen großen Topf, füllt ca. 3 bis 4 cm Wasser hinein, stülpt einen kleineren Topf hinein oder legt einen Ziegelstein ins Wasser oder verwendet ein Sieb. Auf dem umgestülpten Topf, auf den Ziegelstein oder ähnliches oder in das Sieb legt man den Heublumensack - zuvor wird er leicht mit Wasser besprengt. Den Topf deckt man zu und läßt ca. 1/2 Stunde dämpfen. Dann legt man den Heublumensack auf die zu behandelnde Stelle - Vorsicht, da wegen der großen Hitze Verb rennungsgefahr - und wickelt dann den Patienten mit dem Zwischen- und Wolltuch nach den allgemeinen Regeln ein. Kein Gummituch und keine Plastikfolie verwenden, höchstens als Wärmeschutz auf dem Weg zum Patienten. Der Heublumensack bleibt etwa 30 Minuten bis 1 Stunde liegen. Er soll nur einmal verwendet werden, da durch die Erhitzung die ätherischen Öle schnell verflüchtigen. Ein Tip für die schnelle Erhitzung des Heublumensacks: Den Heublumensack mit kochendem Wasser übergießen, zwischen zwei Bretter legen (oder ähnliche Gegenstände) und kräftig ausdrücken.

Der Arzt rät: Bei kolikartigen Beschwerden im Galle-Nieren- Blasen Bereich. Bei allen chronischen Störungen im Magen-Darm-Gebiet. Chronische Lebererkrankungen, chronische Bronchitis, Raucherhusten, Arthrosen. Alle rheumatischen Schmerzen, degenerative Veränderungen der Wirbelsäule einschließlich Bandscheibenschäden, Hexenschuß, Ischias, Kopfschmerzen, die von der Halswirbelsäule herrühren (Anlegen im Nacken).

Lehmpackungen (Quarkpackungen) (Lpf) (Tpf)

Lehm oder Quark wird mit kaltem Wasser breiig angerührt und fingerdick auf ein Wickeltuch oder direkt auf die Haut aufgetragen. Offene Wunden mit Mull abdecken. Auf das Wickeltuch folgt, wie bei den anderen Wickeln auch, dasZwischentuch und das Wolltuch. Die Packung bleibt liegen, bis sie warm und hart geworden ist, meist ca. 3/4 bis 1 Stunde. Solche Packungen halten lange die Kälte. Wenn solche Packungen öfter ausgeführt werden - es wird nie der alte Lehm oder Quark verwendet -, sollte die Haut mit einem guten Öl eingerieben werden, da sie durch die Packung viel Fett verliert. Lehmwasserwickel unterscheiden sich dadurch, daß das Wickeltuch lediglich in Lehmwasser getaucht wird, d. h., man rührt Lehm an und läßt einige Zentimeter Wasser überstehen.

Der Arzt rät: Bei den Lehm- und Quarkpackungen handelt es sich um wärmeentziehende Maßnahmen. Sie finden ihre Anwendung bei allen entzündlichen Prozessen: Lymphgefäßentzündungen, Venenentzündungen, Unterschenkelgeschwüre, Gelenkentzündungen, Sehnenscheidenentzündung, Schilddrüsenüberfunktion.

Serienwickel

Meist werden kleinere Wickel (Wadenwickel) als Serienwickel zur Fieberbekämpfung verwendet, man geht genauso vor wie bei der Serienwaschung. Vor allem auf die Wassertemperatur achten; je höher die Körpertemperatur, um so temperierter das Wasser.

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