Trigeminusneuralgie mit Naturheilkunde behandelt
Eine der schmerzhaftesten Erkrankungen ist die Trigeminusneuralgie, die sich in blitzartigen, brennenden, oberflächlichen Schmerzen entsprechend dem Nervenverlauf der drei Trigeminusäste manifestiert. Die Ursachen für diese schwere Nervenentzündung können in beherdeten Zähnen, in einer chronischen Nasennebenhöhlenentzündung, in Fehlstellungen der Kiefergelenke, Gehirnverletzungen oder in Dysfunktionen der oberen Halswirbelsäulengelenke (C0/C1) bestehen.
Eine gute Therapie ist hier ein Zusammenwirken von Schulmedizin und naturheilkundlichen Verfahren. Eine echte Bereicherung ist die Neuraltherapie mit Injektionen von Procain, Aconit und Vitamin B12 und B1. Für fortgeschrittene Neuraltherapeuten bietet sich auch die Injektion ins Ganglion Sphenopalatinum und Ganglion Stellatum an. Die Trigeminusneuralgie ist auch eine Domäne der Akupunktur, wobei sowohl die Körper- als auch die Ohrakupunktur Wesentliches zu leisten vermögen. Das Mittel, welches nach dem Similia-Similibus-Gesetz am nächsten diesen brennenden oberflächlichen Nervenschmerzen nahe kommt, ist Aconit und zum zweiten Arsenicum album wöchentlich D 30 eine Tablette, sowie Injektionen mit Schlagengiften. Oberflächlich kann auch Aconit-Nervenöl verwendet werden.
Sollte die Trigeminusneuralgie durch eine Störung der oberen Halswirbelsäule ausgelöst werden, empfehlen sich craniosacrale Osteopathie oder vorsichtige Mobilisationsbehandlungen. Im akuten Stadium haben wir auch erfolgreich Kochsalzinfusionen mit Neurotropan in steigender Dosierung angewandt und zur Schmerzlinderung Skenarbehandlung. Bei Verdacht auf bakteriellen Zahnherd kann auch Arnica eingesetzt werden.
Die Kneipptherapie hat hier nur eine begleitende Funktion, insbesondere Wechselfußbäder und beruhigende Bäder mit Melisse. Kalte Anwendungen, besonders kalte Gesichtsgüsse, verbieten sich.
(Freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Herrn Dr. Meier, langjähriger Leiter der Kneippklinik Sebastianeum in Bad Wörishofen.)
