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Schielen

Schielen und Schwachsichtigkeit bei Kindern = Strabismus und Amblyopie

Krankheitsursachen
In den meisten Fällen wird das Schielen von den Eltern auf die Kinder vererbt. Auch einseitige Linsentrübungen, Verletzungen oder Tumore im Auge können ein Schielen verursachen. Wenn die Brechungsfehler auf beiden Augen sehr unterschiedlich stark und hoch sind, kann ebenfalls eine Schielstellung eintreten. Sobald ein Auge in eine Schielstellung abweicht, wird es weniger oder gar nicht mehr zum Sehen benutzt. Dadurch lässt die Sehleistung des abweichenden Auges immer mehr nach, es wird schwachsichtig.

Wie bemerken Sie die Krankheit?
Bei einem größeren Schielwinkel ist natürlich auch für den Laien der so genannte „Silberblick“ sofort zu erkennen. Es gibt jedoch auch sehr kleine Schielwinkel, den so genannten Mikrostrabismus, den selbst aufmerksame Eltern übersehen können. Aber auch diese kleinen Schielwinkel können die Schwachsichtigkeit eines Auges verursachen.

Welche Untersuchungen gibt es?
Jeder Augenarzt kann den Schielwinkel genau ausmessen und in exakten Gradangaben bestimmen.

Behandlungsmöglichkeiten
Die Schielbehandlung und damit die Behandlung der Schwachsichtigkeit können auf dreierlei Arten erfolgen:

1. Versorgung mit Brillengläsern, um Brechungsfehler zu korrigieren und um für jedes Auge die optimale Sehschärfe zu erreichen.
2. Gezielte Behandlung der eventuell bereits eingetretenen Sehschwäche (Amblyopie), indem das bessere Auge abgedeckt wird, um das schwächere durch Training zu fördern. Man nennt diese Methode Abklebebehandlung oder Okklusionsbehandlung.
3. Operative Korrektur durch Umlagerung oder Verkürzung der Augenmuskeln.

Kommentar
Bei dem geringsten Verdacht auf eine Schielstellung, bei Vorliegen von Risikofaktoren und bei Schielen in der Familie sollten Sie Ihr Kind schon mit 6 bis 12 Monaten augenärztlich untersuchen lassen. Auch jedes „unauffällige“ Kind sollte spätestens mit 3 oder 3 ½ Jahren von einem Augenarzt untersucht werden, damit auch ein kleiner „unsichtbarer“ Schielwinkel nicht übersehen wird. Es ist sehr wichtig, die Kinder noch vor dem 4. Lebensjahr von einem Augenarzt untersuchen zu lassen, ansonsten wird es immer schwieriger eine bestehende Amblyopie erfolgreich zu behandeln. Man weiß heute, dass jedes Auge das Sehen erst erlernen muss. Dieser Lernprozess beginnt in den ersten zwei Lebensjahren und ist mit dem Erreichen des 4. Lebensjahres so gut wie abgeschlossen. Deshalb sollte eine erfolgreiche Behandlung spätestens zwischen dem 3. und 4. Lebensjahr einsetzen. Solange die Kinder wachsen, wächst natürlich auch das Auge mit. Deshalb sind bei Kindern vierteljährliche Kontrollen der Brillenwerte ratsam.
(Quelle: Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V., Pressereferat: Dr. med. Georg Eckert, 89250 Senden, zur Verfügung gestellt und kommentiert von: Dr. med. Wolfgang Pfeifer, Augenarzt in Bad Wörishofen)

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