Trockenes Auge = Keratoconjunctivitis sicca
Krankheitsursachen
Das trockene Auge kann verschiedene Ursachen haben. Dabei lassen sich zwei Hauptgruppen unterscheiden: Es wird zu wenig Tränenflüssigkeit produziert, um die Augenoberfläche zuverlässig zu benetzen, oder der vorhandene Tränenfilm verdunstet aufgrund einer gestörten Zusammensetzung zu schnell. Zur Entstehung des trockenen Auges können Umwelteinflüsse beitragen – trockene Luft, Klimaanlagen, Bildschirmarbeit –, aber auch bestimmte Krankheiten, z. B. Rheuma, oder die Einnahme von bestimmten Medikamenten.
Wie bemerken Sie die Krankheit?
Viele Symptome können auf die Störung des Tränenfilm hinweisen: Die Augen sind rot und brennen; es fühlt sich an, als seien Fremdkörper im Auge; die Lider sind geschwollen; Kontaktlinsen bereiten Beschwerden; die Arbeit am Computerbildschirm fällt schwer. Sogar ständig tränende Augen können paradoxerweise ein Hinweis auf ein trockenes Auge sein, auf einen gestörten Tränenfilm.
Welche Untersuchungen gibt es?
Die Menge der Tränenproduktion untersucht der Augenarzt, indem er einen dünnen Filterpapierstreifen in den Bindehautsack einhängt und prüft, wie feucht er in einem definierten Zeitraum wird. Wie stabil der Tränenfilm ist, lässt sich messen, indem man bestimmt, wie viel Zeit zwischen dem Lidschlag und dem Aufreißen des Tränenfilms vergeht.
Behandlungsmöglichkeiten
Verschiedene Tränenersatzmittel stehen zur Verfügung, um die Benetzung der Augenoberfläche zu unterstützen. Auch die sorgfältige Pflege des Lidrandes kann helfen, den Tränenfilm zu stabilisieren.
Kommentar
Jeder 3. bis 5. Patient, der einen Augenarzt aufsucht, leidet an der Krankheit „Trockenes Auge“. Die meisten haben das Gefühl „Sand in den Augen zu haben“. Viele klagen auch darüber, dass morgens die Lider verklebt sind, dass sie ein Druckgefühl im Auge und auch hinter dem Auge empfinden.
Der gesunde Tränenfilm besteht aus 3 Schichten: 1. die äußere fetthaltige Schicht, 2. die mittlere wässrige Schicht, 3. die innerste schleimhaltige Schicht. Beim trockenen Auge liegt meistens eine Störung der äußeren fetthaltigen Schicht vor. Die Träne haftet nicht mehr an der Hornhautoberfläche. Sie bildet keinen Schutzfilm mehr über der Hornhaut, da sie zu dünnflüssig ist. Die Hornhautoberfläche trocknet aus, und das nunmehr ungeschützte Auge tränt.
(Quelle: Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V., Pressereferat: Dr. med. Georg Eckert, 89250 Senden, zur Verfügung gestellt und kommentiert von: Dr. med. Wolfgang Pfeifer, Augenarzt in Bad Wörishofen)