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Die diabetische Netzhauterkrankung

Die diabetische Netzhauterkrankung

Am Auge werden die kleinen Blutgefäße der Netzhaut geschädigt. Die Gefäßwände werden undicht; Blutungen, Schwellungen und Umbauprozesse in der Netzhaut verursachen die diabetische Retinopathie und bedrohen das Lese- oder gar das Sehvermögen. Die frühen Veränderungen am Auge werden vom Patienten meist nicht bemerkt. Deswegen werden notwendige Behandlungen oft viel zu spät eingeleitet. Deshalb sollten beginnend mit der Feststellung der Zuckerkrankheit die Augen vom Augenarzt auf Frühschäden hin untersucht werden. Als Untersuchungsstandard gilt die Suche nach diabetischen Netzhautveränderungen mit Spaltlampe und Lupe. Die Pupillen müssen für die Netzhautuntersuchung medikamentös erweitert werden. Die Untersuchung muss mindestens jährlich, bei bereits vorhandenen Netzhautschäden alle 3-6 Monate durchgeführt werden. Die digitale Fundusfotografie ermöglicht den Nachweis feiner Details und einen exakten Vergleich mit früheren Befunden. Schichtaufnahmen der Netzhaut (Makula-OCT) ermöglichen den Nachweis von Frühschäden durch Messung der Netzhautdicke und Dokumentation von Ausmaß und Lage von Netzhautödemen. Fortgeschrittene Stadien der diabetischen Retinopathie und insbesondere umschriebene Makulaödeme können mit einer Laserkoagulation behandelt werden. Bei besonders schwerem Krankheitsverlauf muss ggf. auch eine Operation durchgeführt werden, um Blutungen zu entfernen oder eine abgelöste Netzhaut wieder anzulegen. Laserbehandlungen und Operationen sind heute weitgehend standardisierte Verfahren mit überschaubarem Risiko und guten Chancen bezüglich einer Stabilisierung des Sehvermögens. Sie müssen jedoch rechtzeitig geplant und kontrolliert durchgeführt werden. Am Anfang einer optimierten Behandlung steht immer eine konsequente Blutzucker-und Blutdruckeinstellung. Dafür sind regelmäßige augenärztliche Kontrolluntersuchungen unter Verwendung moderner Untersuchungsverfahren und eine optimale Zusammenarbeit zwischen Patient, Hausarzt, Diabetologen und Augenarzt wichtig.

(Freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Frau Dr. Ulrike Kottler, Augenärztin in Bad Wörishofen)

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