Retinale Gefäßanalyse zur Abschätzung des mikrovaskulären Schlaganfallrisikos
Die Netzhaut ist der einzige Ort im menschlichen Körper, an dem frühe Veränderungen von Mikrogefäßen durch ihre oberflächliche Lage einer direkten Diagnostik und präzisen Messungen zugänglich sind. Die Gefäßanalyse ermöglicht die quantitative Erfassung von Gefäßveränderungen der Netzhaut im Frühstadium. Bei der statischen Gefäßanalyse werden die Netzhautgefäße fotografiert und die Daten für weitere Verlaufskontrollen abgespeichert. Mit einer speziellen Software werden die durchschnittlichen Arterien- und Venendurchmesser sowie insbesondere das Verhältnis dieser Durchmesser, die sogenannte AV Ratio (AVR), berechnet. Je niedriger diese AVR, umso größer ist das mikrovaskuläre Schlaganfall-Risiko. Die Abklärung der Gefäßsituation ist natürlich für jeden Patienten von Bedeutung, ganz besonders zu empfehlen ist die Gefäßanalyse aber für Personen mit erhöhtem Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Beanworten Sie sich bitte folgende Fragen:
• Hatten blutsverwandte Familienangehörige von Ihnen bereits einen Herzinfarkt oder Schlaganfall bzw. sind Blutsverwandte an
einem solchen Ereignis verstorben?
• Wurde bei Ihnen ein Bluthochdruck festgestellt?
• Leiden Sie an Diabetes mellitus?
• Haben Sie einen erhöhten Blutfettspiegel?
• Haben Sie Übergewicht?
• Rauchen Sie?
Wenn Sie eine oder mehrere der Fragen mit „JA" beantwortet haben, dann ist für Sie neben einer unumgänglichen Untersuchung bei Ihrem Hausarzt/Internisten zur Abklärung allgemeiner Risiken eine Mikrogefäßuntersuchung empfehlenswert. Frühzeitig eingeleitete Therapien werden zur Senkung der Risikofaktoren beitragen. Außerdem lassen sich mit der Gefäßanalyse Therapieeffekte bei bereits in Behandlung stehenden Patienten kontrollieren.
(Freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Frau Dr. Ulrike Kottler, Augenärztin in Bad Wörishofen)