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Blutegeltherapie

Blutegeltherapie

Bei Stauungs- und Schmerzzuständen aufgrund eines Blut- oder Lymphödems wird eine Blutegeltherapie angewandt, die zu den ausleitenden Heilverfahren gehört. Hierzu werden auf der Hautoberfläche Blutegel angesetzt. Bereits seit Jahrtausenden werden Blutegel zu medizinischen Zwecken verwendet. Sie kommen besonders bei venösen Erkrankungen, z.B. Venenentzündungen, oder bei Gelenksarthrosen z.B. Kniegelenks-und Sprunggelenksarthrosen sowie bei rheumatischen Erkrankungen zum Einsatz. Behandlungen mit Blutegeln erfolgen auch bei Gürtelrose, Mittelohrentzüngung, akutem Gichtanfall, Analthrombose, Knochenentzüngung, Wundheilungsstörungen u.v.a.

Der Biss des Blutegels ist nicht sehr schmerzhaft, in etwa wie der Schmerz bei einer Injektion. Der Speichel des Blutegels enthält eine einzigartige Mischung aus ungefähr 30 verschiedenen Substanzen, die eine histaminähnliche Wirkung haben und einen leichten (Heil)Juckreiz auslösen. Auch die Nebenwirkungen halten sich in Grenzen, es kann zu längerem Nachbluten kommen, die Bißstelle kann sich röten oder es kann eine lokale Schwellung entstehen.

Blutegel dürfen nicht angewendet werden u.a. bei Blutgerinnungsstörungen, Magen- oder Darmgeschwüren, Blutarmut, Immunschwäche, schweren chronischen Krankheiten oder Wundheilungsstörungen.

In den letzten Jahrhunderten war es besonders in Frankreich Mode, Blutegel für Alles und Jedes einzusetzen, dadurch verschwanden die Blutegel fast vollständig aus Mitteleuropa. Da sie aber eine wirkungsvolle Behandlungsmethode darstellen, gewinnen sie zunehmend an Bedeutung und werden in Zuchtanstalten kultiviert. Jeder Blutegel wird aus hygienischen Gründen nur ein einziges Mal verwendet.

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