Diabetes und Kneipp
So kann die Kneipp-Therapie die Diabetes beeinflussen.
„Hilfe – ich habe Diabetes!“ Ein Zustand der derzeit ca. 7-8 Millionen Deutsche betrifft; das heißt etwa jeden 10. Bürger. Weltweit wird erwartet, dass bald 20% aller Menschen an dieser Krankheit leiden werden. Es ist dabei aber absolut falsch sich zu trösten: „Ich habe ja nur etwas Altersdiabetes.“
Diabetes ist eine Stoffwechselerkrankung, welche meist in Verbindung mit anderen Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen und Übergewicht einhergeht. Über Jahre und Jahrzehnte werden im gesamten Körper die Blutgefäße geschädigt. Die Folgen können sein: Schlaganfall, Herzinfarkt, Sehstörungen, Nierenschäden, Durchblutungsstörungen der Beine und Schädigungen der Nerven. Das erste und wichtigste Ziel jeder Diabetiker-Betreuung sollte deswegen sein, diese so genannten Folgeschäden zu verhindern.
Wie aber kann ich nun mit Methoden der Kneipp-Therapie den Diabetes beeinflussen? In der Diabetesbehandlung gibt es schon lange ein Konzept mit fünf Behandlungsrichtlinien:
Ernährung
Bewegung
Zucker-Selbstkontrolle
Medikamente
Lebensgestaltung
Und genauso gibt es in der modernen, ganzheitlichen Kneipp-Therapie fünf so genannte Säulen der Behandlung:
gesunde Ernährung
Vitalität durch Bewegung
Heilkraft des Wassers
Heilwirkung von Kräutern
Hilfe zur Lebensgestaltung
Man sieht, dass die Behandlungsansätze beider Heilmethoden fast identisch zueinander passen.
Die richtige Ernährung ist die Basis jeder Diabetes-Behandlung und ebenso ein wichtiges Element der Kneipp-Therapie. Schon Sebastian Kneipp wendete sich zu seiner Zeit gegen Völlerei und Fettsucht. Er forderte natürliche Ernährung und naturbelassene Lebensmittel bei reduziertem Fett- und Fleischanteil.
Kneipp war ein teilweise radikaler Verfechter der Bewegungs-Therapie.
Seine oft verweichlichten Honoratioren und adeligen Patienten ließ er Holz hacken, im Morgentau laufen und nötigte sie zu großen Spaziergängen. Um wie viel wichtiger ist in unserer heutigen automatisierten und technisierten Welt die Bewegung. Jeder Diabetiker merkt, dass alleine durch ein gewisses Quantum mehr an Bewegung, der Blutzucker deutlich gesenkt werden kann.
Mit Wasseranwendungen, vor allem durch den Wechsel von warmem und kaltem Wasser, können für Diabetiker speziell zwei wichtige Effekte erzielt werden. Zum Einen wird die oft gefährdete Durchblutung, speziell in den Beinen, verbessert. Zum Anderen ist dieser Temperaturreiz auch ein wichtiges Stimulans gegen die sog. Polyneuropathie, eine beim Diabetes häufig vorkommende Störung der Nerven. Außerdem verbessern diese Wechselanwendungen auch eindeutig die Abwehrkraft des Menschen.
Mit der Heilwirkung der Kräuter kann man den Diabetes zwar nicht direkt beeinflussen, indirekt haben Kräuter aber eine unterstützende Wirkung. Zum Beispiel wirken Baldrian, Hopfen und Melisse beruhigend und damit blutdrucksenkend gegen die häufig beim Diabetiker bestehende Hypertonie.
Die Hilfe zur Lebensgestaltung ist für den Diabetiker von entscheidender Bedeutung. Er muss Ordnung in seinen Tagesablauf bringen und , wenn möglich Stress vermeiden. Am wichtigsten ist jedoch, dass der Diabetiker lernt, sich mit seiner Krankheit zu arrangieren und sich im Alltag mit ihr zurecht zu finden. Erst mit einer Balance von Körper, Geist und Seele, dazu gehört natürlich ein gewisses Maß an Selbstdisziplin und Ordnung, ist ein Diabetiker in der Lage seine Krankheit zu beherrschen und zu kontrollieren.
„Sein eigener Arzt werden“
Jeder Diabetiker sollte durch Schulung und Therapie in die Lage versetzt werden, sich selbst gut zu versorgen und zu behandeln.
Diese Aussage trifft für keine Krankheit in dem Maße zu, wie für den Diabetes. Mit den unterstützenden und ganzheitlichen Prinzipien und Behandlungen nach Kneipp hat jeder Diabetiker eine perfekte Grundlage zur Selbstbehandlung seiner Krankheit. Im Rahmen eines 2-wöchigen Gesundheits-Urlaubes in Bad Wörishofen, können diese fünf Behandlungsrichtlinien nach Kneipp, jedem Diabetiker im Sinne einer Selbsterfahrung nahe gebracht werden. Selbstverständlich wird dem Patienten auch Anleitung zur Weiter- und Selbstbehandlung für zu Hause gegeben.
Dieser Text wurde freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Dr. Peter Schneiderbanger, Arzt in Bad Wörishofen.