Kneipp-Tipp April: Das kalte Armbad belebt Körper und Geist
Bald startet mit den Osterferien die Reisesaison in Deutschland. Dann stehen oftmals lange Autofahrten in die Urlaubsdomizile an. Wer sich hinter dem Steuer abgespannt oder geistig erschöpft fühlt, der braucht einen Frischekick, der Körper und Geist wieder richtig auf Trab bringt: Mit dem kalten Armbad, einer von rund 130 klassischen Methoden aus der Kneipp'schen Hydrotherapie, gelingt dies während einer Rast in nur einer Minute. Darüber hinaus hilft die Methode auch bei niedrigem Blutdruck oder Kopfschmerzen und sie stärkt die körpereigenen Abwehrkräfte. Wilhelmine Appel, Kneipp-Bademeisterin im Bad Wörishofer Fünf-Sterne-Hotel Fontenay, erklärt alles rund um die Anwendung:
Frau Appel, was braucht man für ein kaltes Armbad?
Wilhelmine Appel: Das kalte Armbad ist wohl die Kneipp-Behandlung, die man am leichtesten und fast überall genießen kann. Ein Waschbecken, in das beide Unterarme hineinpassen, ist für die Anwendung ausreichend. In dieses lässt man so hoch wie möglich kaltes Wasser (unter 18 Grad Celsius) ein. Dann kann es direkt losgehen.
Wie führt man diese Kneipp-Anwendung durch?
Wilhelmine Appel: Nachdem das Waschbecken gefüllt ist, taucht man beide Unterarme rechtwinklig gebeugt bis über die Ellbogen in das kalte Wasser. Dabei atmet man tief und ruhig ein und aus. Die Arme bleiben so lange im Wasser, bis es zu kribbeln oder ganz leicht zu schmerzen beginnt, keinesfalls länger als eine Minute. Anschließend streift man das Wasser am besten nur von den Armen ab (nicht abtrocknen) und bewegt sie hin und her, bis sie getrocknet und wieder erwärmt sind.
Was bewirkt denn das kalte Armbad?
Wilhelmine Appel: Wir Therapeuten nennen das kalte Armbad die „physiologische Tasse Kaffee“. Denn die Anwendung hat nachweislich eine belebende Wirkung auf Körper und Geist, zum Beispiel nach dem Mittagessen, wenn unser Organismus einen kleinen „Durchhänger“ hat. Der Vorteil gegenüber einem Kaffee: Das Armbad hat eine länger anhaltende Wirkung und belastet den Körper nicht. Koffein dagegen putscht uns nur kurzweilig auf. Das kalte Armbad kann unter anderem auch bei niedrigem Blutdruck, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Wetterumschwung und Schwitzen helfen. Es dient außerdem zur Abhärtung und stärkt die körpereigenen Abwehrkräfte.
Wann sollte man es anwenden?
Wilhelmine Appel: Ein kaltes Armbad tut immer gut, wenn man müde und körperlich oder geistig erschöpft ist. Es wirkt blutdruckregulierend, das heißt, es kann sowohl bei zu hohem als auch zu niedrigem Blutdruck angewendet werden. Die Anwendung ist zudem empfehlenswert bei Herzrasen, Überhitzung oder akuten Entzündungen. Bei organischen Herzkrankheiten und rheumatischen Veränderungen sollte die Methode nicht durchgeführt werden. Ebenfalls verzichten sollte man, wenn man friert oder kalte Arme hat. Für mich persönlich ist das kalte Armbad ein Muss in den Pausen bei längeren Autofahrten. Denn anschließend ist man wieder topfit und aufmerksam für den Straßenverkehr.
