Kneipp-Tipp August: Taulaufen gegen Morgenmüdigkeit
Gerade in den Sommermonaten, wenn es schon früh morgens hell ist, lautet das Gute-Laune-Rezept: Raus aus den Federn, hinaus in die Natur und für ein paar Minuten barfuß durch die mit kühlem Morgentau bedeckte Wiese marschieren. Mit dem altbewährten Rezept des Kneipp’schen Tauflaufens vertreibt man nicht nur die Morgenmüdigkeit, sondern tankt Energie für den ganzen Tag und stärkt die Vitalität bei Sommerhitze. Siegfried Lochbrunner, Kneipp-Bademeister im Haus Bartholomäus in Bad Wörishofen erklärt, wie regelmäßiges Taulaufen das Wohlbefinden und die Lebensqualität steigern.
Was ist beim Kneipp’schen Taulaufen zu beachten?
Siegfried Lochbrunner: Am besten durch das taufeuchte Gras laufen, bevor es die Sonne aufgewärmt hat. Nur mit warmen Füßen durch den Tau laufen. Also direkt vom Bett in die warme Fußbekleidung schlüpfen und erst an der Wiese Schuhe und Strümpfe ausziehen.
Wie lange empfehlen Sie, zu laufen?
Siegfried Lochbrunner: Die Dauer richtet sich nach der Kälte des Bodens. Generell empfehlen wir fünf Minuten. Auf jeden Fall ist eine Auskühlung zu vermeiden.
Was ist nach dem Taulaufen wichtig?
Siegfried Lochbrunner: Die Füße nicht abtrocknen, sondern die Verdunstungskälte wirken lassen. Nur Gras und Blätter entfernen, wärmende Fußbekleidung anziehen und schnellen Schrittes nach Hause laufen. Bewegung nach dem Taulaufen verstärkt nämlich die Wirkung. Es stellt sich dabei ein kribbelndes Wohlgefühl in den Unterschenkeln ein. Empfehlenswert ist danach eine Tasse Tee.
Für wen ist Taulaufen ungeeignet?
Siegfried Lochbrunner: Menschen mit akuten Harnwegsinfekten, Ischiasbeschwerden sowie Nieren- oder Blasenleiden raten wir vom Tauflaufen dringend ab. Auch wenn man ständig unter kalten Füßen leidet oder leicht fröstelt und friert, sollten besser aufs Tauflaufen verzichten.
Welche gesundheitlichen Wirkungen hat das Taulaufen?
Siegfried Lochbrunner: Das Taulaufen fördert die Durchblutung, kräftigt die Venen, wirkt vegetativ stabilisierend und beugt Infekten vor. Zudem werden Fuß- und Unterschenkelmuskulatur trainiert. Durch die Temperaturreize wird der Körper dazu erzogen, auf Kälte und Wärme besser zu reagieren. Wer also regelmäßig jeden Morgen barfuß durch taufrische Wiesen läuft, wird durch ein starkes Abwehrsystem belohnt und startet im wahrsten Sinne taufrisch in den Tag.