Kneipp-Tipp März: Ansteigendes Fußbad hilft gegen Erkältungen
Wenn man das erste Kratzen im Hals spürt und das Immunsystem eine Stärkung braucht, dann ist es höchste Zeit, die körpereigene Abwehr auf Trab zu bringen. Dabei hilft ein ansteigendes Fußbad, bei dem durch Wasserzufuhr langsam die Temperatur erhöht wird - eine sanfte und jahrzehntelang bewährte Methode aus der Kneipp-Heilkunde. Kneipp-Bademeisterin Stefanie Hemberger aus dem Kneippianum in Bad Wörishofen verrät, was man bei dieser Kneippschen Anwendung beachten muss:
Was braucht man für ein ansteigendes Fußbad?
Stefanie Hemberger: Man benötigt einfach nur eine kleine Fußbadewanne oder einen Eimer, in dem man beide Füße hineinstellen kann. Dazu ein Badewannenthermometer und einen weiteren Eimer zum Nachgießen, in den etwa 65 Grad heißes Wasser gefüllt wird. Die Fußbadewanne stellt man am besten in die Dusche oder die Badewanne, so dass man sich bequem davor setzen und die Füße hineinstellen kann. Wer möchte, kann zur Wirkungsverstärkung dem Fußbad noch ein halbes Pfund Salz zufügen oder auch ein bis zwei Tropfen Thymian-oder Eukalyptusöl vermischt mit einem Esslöffel Sahne.
Wie führt man diese Kneipp-Anwendung durch?
Stefanie Hemberger: In der Fußbadewanne sollte das Wasser zu Beginn etwa die Körpertemperatur von circa 37 Grad haben. Stellen Sie die Füße in das Wasser und fügen Sie etwa alle zwei Minuten einen Schub heißes Wasser aus dem Nachfülleimer hinzu, so dass die Temperatur um jeweils 0,5 Grad ansteigt. Dabei kann und soll die Fußbadewanne überlaufen. Die Endtemperatur liegt je nach Verträglichkeit zwischen 40 und 42 Grad. Zur Verstärkung der Wirkung kann jetzt optional Salz oder eine Thymian- oder Eukalyptusöl-Mischung hinzugefügt werden. Insgesamt sollte das ansteigende Fußbad nach Kneipp maximal 15 bis 20 Minuten dauern. Nach dem Bad spült man die Beine kurz kühl ab. Danach sind 45 Minuten Bettruhe ideal. In jedem Fall sollte man anschließend für diese Dauer die Beine und den Kopf warm halten.
Wann setzt man ein ansteigendes Fußbad ein?
Stefanie Hemberger: Ein ansteigendes Fußbad tut immer dann gut, wenn das Immunsystem unterstützt und gestärkt werden muss. Also zum Beispiel, wenn man bei einem Winterspaziergang nasse Füße bekommen hat oder durchgefroren ist. Dann ist ein ansteigendes Fußbad perfekt, um einer Erkältung vorzubeugen. Es kann aber auch als unterstützende Maßnahme bei Infekten helfen und unterstützt generell den Heilungsprozess bei Schnupfen, Husten, Nebenhöhlenentzündungen und Halsinfektionen. Das ansteigende Fußbad ist nicht geeignet, wenn man unter Krampfadern, Venenentzündungen, schweren arteriellen Durchblutungsstörungen und Herzerkrankungen leidet – im Zweifelsfall sollte man mit dem Arzt sprechen.
Wie oft und wann sollte man es anwenden?
Stefanie Hemberger: Im Krankheitsfall kann man das ansteigende Fußbad ein- bis zweimal täglich durchführen. Bei Fieber beginnt man übrigens das Fußbad mit der unter der Achsel gemessenen Temperatur. Als vorbeugende Maßnahme wirkt die Anwendung in der kalten Jahreszeit alle ein bis zwei Tage am Abend vor dem Schlafengehen.
Zur Verfügung gestellt vom Kneippianum Bad Wörishofen.
