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Kneipp-Tipp September: Ohne Schnupfnase in den Herbst

Wer kennt das nicht: Der Hals kratzt, die Nase läuft - Herbstzeit ist Erkältungszeit. Diese Art der Infektion zählt zu den meist verbreiteten: Durchschnittlich erkrankt ein erwachsener Mensch bis zu drei Mal pro Jahr an einer Erkältung. Bei unkomplizierten Infektionen der oberen Atemwege, wie zum Beispiel bei Schnupfen, kann eine einfache aber sehr wirksame Anwendung Linderung verschaffen: eine Oberkörperwaschung nach Sebastian Kneipp. Joachim Bohmhammel, Leiter der Physikalischen Therapie im Sebastianeum in Bad Wörishofen erklärt, wie die Anwendung funktioniert und was man beachten sollte.

Herr Bohmhammel, was braucht man für eine Oberkörperwaschung?
Joachim Bohmhammel: Für eine Oberkörperwaschung wird nur ein so genanntes Waschtuch – am besten aus Leinen – und Wasser benötigt. Ich empfehle für die Waschung kaltes Wasser zu verwenden. Bei kälteempfindlichen Menschen kann das Wasser aber auch temperiert werden. Zur Verstärkung kann dem Wasser auch noch Essig beigemengt werden. Hier empfehle ich das Mischverhältnis von einem Teil Essig auf zwei Teile Wasser.

Wie funktioniert die Anwendung nun?
Joachim Bohmhammel: Mit dem angefeuchteten Waschtuch zuerst den rechten Arm außen, vom Kleinfinger beginnend hoch bis zur Schulter und dann die Innenseite abwärts bis zum Daumen waschen. Danach folgt nach dem gleichen Prinzip der linke Arm. Abschließend wird noch Brust, Bauch und der Rücken in Längsstrichen gewaschen. Beim Auftragen soll das Tuch leicht ausgedrückt werden, damit ein dünner Wasserfilm auf der Haut entsteht. Die Waschung sollte zügig durchgeführt werden und maximal zwei Minuten dauern.

Was muss beachten werden?
Joachim Bohmhammel: Grundsätzlich rate ich eine Oberkörperwaschung morgens anzuwenden. Denn der Körper muss dafür warm sein. Durch die Bettwärme ist diese Bedingung gegeben. Natürlich kann die Waschung auch abends durchgeführt werden. In diesem Falle empfehle ich sich 15 bis 20 Minuten vor der Waschung ins Bett zu legen. Zugluft ist während der Behandlung unbedingt zu vermeiden. Nach der Waschung soll man sich nicht abtrocknen: Die Feuchtigkeit soll am Körper verdunsten. Pyjama oder Nachthemd anziehen und schnell wieder zurück ins warme Bett. Dann heißt es ruhen für mindestens eine halbe Stunde.

Welche positive Wirkung hat eine Oberkörperwaschung?
Joachim Bohmhammel: Der wohltuende Effekt ist unmittelbar zu spüren: die behandelten Stellen werden wohlig warm und man beginnt zu schwitzen. Durch das Schwitzen werden kranke Stoffe ausgeschieden, das Allgemeinbefinden wird besser und somit auch ohne weiters der Schnupfen.

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