Bei Magen- und Darmerkrankungen regen Bittermittel wie Wermutkraut, Enzianwurzel, Tausendgüldenkraut oder Schafgarbe die Sekretion an, sorgen für eine bessere Aufbereitung der Nahrung im Magen-Darmtrakt und vermindern Gär und Fäulnisprozesse im Darm. Kümmel, Fenchel, Anis und Pfefferminze sind so genannte Digestiva, die bei Verdauungsproblemen krampflösend und ausgleichend auf die Motorik des Magen-Darmtrakts wirken. Zu den Digestiva im weiteren Sinne zählen auch Bittermittel sowie Präparate aus Zimtrinde, Gelbwurz, Artischocken-, Melissen- und Rosmarinblättern, Wacholderbeeren, Löwenzahn oder Kamille.
Einige Digestiva regen zudem die Gallenbildung und -ausscheidung an. Bei Magenreizungen
empfehlen sich Kamille- und Süßholzwurzel-Präparate. Durchfall lässt sich gut mit Heidelbeerblättern, Frauenmantelkraut, Eichenrinde und Kaffeekohle behandeln. Weite Verbreitung bei Darmverstopfung haben pflanzliche Abführmittel, die zum Beispiel Sennesblätter und -früchte, Aloe, Faulbaumrinde, Kreuzdornbeeren oder medizinischen Rhabarber enthalten.
Wichtiger Hinweis:
Pflanzliche Abführmittel sollten nur selten und jeweils für kurze Zeit eingenommen werden, da sie zu Gewöhnung führen können. Weitaus besser und gesünder lässt sich Darmträgheit durch eine ausgewogene, ballaststoffreiche Ernährung, viel Trinken und ausreichende Bewegung überwinden. Bei Problemen genügt es oft auch Leinsamen oder indischen Flohsamen einzunehmen, die Quellstoffe enthalten.
Bei Durchblutungsstörungen haben sich Ginkgo-Präparate gut bewährt. Rosskastanien-
Extrakte helfen bei Krampfadern. Knoblauchpräparate wirken sich vor allem günstig auf den Fettstoffwechsel und auf das Gerinnungssystem des Blutes aus; manche Wissenschaftler vermuten sogar einen vorbeugenden Effekt vor der umgangssprachlich auch als Arterienverkalkung bezeichneten Arteriosklerose.
Die Funktion der Niere lässt sich durch Präparate aus Birken- und Petersilienblättern, Hauhechel und Brennesselkraut anregen. Diese Pflanzen sowie die antibiotisch wirkenden Bärentraubenblätter werden auch genutzt, um bei einer bakteriellen Infektion im Blasenbereich die Organe verstärkt durchzuspülen. In großem Umfang werden Phytopharmaka benutzt, um die körpereigene Abwehr anzuregen.
Die bekanntesten Präparate enthalten Roten Sonnenhut (Echinacea purpurea), Taigawurzel und Ginseng. Ein endgültiger Nachweis des therapeutischen Nutzens steht allerdings noch aus.
Zuverlässig belegt ist hingegen die Wirkung
Zuverlässig belegt ist hingegen die Wirkung pflanzlicher Beruhigungsmittel und milder Präparate als Hilfe bei Einschlafstörungen. Sie enthalten Baldrian, Hopfen, Melisse oder Passionsblume. Ebenso gut belegt ist die antidepressive Wirkung von Johanniskraut, wobei sich der Effekt oft erst nach vier bis sechs Wochen einstellt.
Wichtiger Hinweis: Johanniskrautpräparate sollten nicht gleichzeitig mit Herzmitteln oder der Pille u.a. mehr eingenommen werden.
Zur äußerlichen Anwendung auf der Haut bei Entzündungen leisten Kamillenblüten gute Dienste, Eichenrinde kräftigt die Haut bei nässenden Ekzemen. Die Ringelblume (Calendula) wird ebenfalls äußerlich eingesetzt, um das Abheilen von Wunden zu fördern. Die Arnica kommt wegen ihrer entzündungshemmenden Wirkung bei Sportverletzungen zum Einsatz.
Quelle:
Kurverwaltung Bad Wörishofen
