26. Festival „JAZZ GOES TO KUR“ Bad Wörishofen

Die Geschichte zum ältesten Festival der Stadt Bad Wörishofen
  • Festival „JAZZ GOES TO KUR“ Bad Wörishofen
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Das Blues- und Jazzfestival der Kneippstadt Bad Wörishofen JAZZ GOES TO KUR hat sich zu einem echten Geheimtipp entwickelt – das Festival erfreut sich immer größerer Beliebtheit und steigender Besucherzahlen. In diesem Jahr feiert JAZZ GOES TO KUR ein Jubiläum – die Konzertreihe findet zum 25. Mal in Bad Wörishofen statt!

Mitbegründer des Festivals ist Dr. „Jazz“ Hans-Horst Fröhlich, der seinen Spitznamen nicht umsonst trägt. Fröhlich kommt aus Bad Wörishofen, engagiert sich in vielfältiger Weise für die Stadt und ist seit jeher einer der größten Fans und Liebhaber des Jazz. Nicht weit her daher der Gedanke, seiner Liebe zur Jazzmusik ein „Gesicht“ zu geben. Nach einem Konzert im Rahmen des Ivo Pogorelich-Festivals reifte bei ein paar Bad Wörishofern, darunter Fröhlich, die Idee: so etwas könnten wir doch auch mit Jazz versuchen. Bei den damaligen Ansprechpartnern der Stadt stieß dieser Gedanke auf offene Ohren. Schnell war der Titel „JAZZ GOES TO KUR“ für das Festival geboren, und so stand dem ersten Jazz-Weekend in der Kneippstadt nichts mehr im Wege.

Ein Arbeitskreis hatte sich bald gefunden, dem neben Dr. Fröhlich, Peter Holzmann, Wolfgang Jilg, Stephan Ibel, Thomas Feser, Lothar Burghardt und Gerhard Wolf angehörten. Ein besonderer Glücksfall war die Bekanntschaft von Professor Gerhard Wolf mit dem weltbekannten Jazzposaunisten Jiggs Whigham, der sofort Feuer und Flamme war und das Festival mit aus der Taufe hob. Die Stadt Bad Wörishofen und Sponsoren unterstützten
JAZZ GOES TO KUR dankenswerterweise von Anfang an und gaben so den finanziellen Rückhalt.

Als erstes Programm hörten im Jahr 1991 rund 1.200 Besucher im Kurhaus Konzerte mit der „First Lady der Jazz-Orgel“ Barbara Dennerlein, dem Joe Viera Sextett und Jiggs Whigham mit dem Jazzorchester der Musikhochschule Köln. Als Sängerin begeisterte Marjorie Barnes. Verbunden war das Festival mit einem Workshop und einem Wettbewerb um die Jazz-Gießkanne, den der inzwischen weit über Deutschland hinaus bekannte Marktoberdorfer Gitarrist Christian Kögel mit seiner Band gewann.

Nach diesem ersten Anlauf hatte sich der Jazz in Bad Wörishofen etabliert. Presse und Medien unterstützten diese improvisierte Musikrichtung fachkundig von Anfang an. Viele Bands und Künstler ließen die menschlichste aller Musiken, bei der jeder Ton vom Herzen kommt, im Kursaal, im Kurtheater, dem Tennisclub, im Hotel Luitpold oder im Kunst- und Kulturhaus „Zum Gugger“ erklingen und erfreuten so im Laufe der vergangenen Jahre fast 20.000 Zuhörer.

Richtig zufrieden waren die Veranstalter aber mit all den bisherigen Veranstaltungsorten nicht. Vor nunmehr 11 Jahren dann kam die Idee, warum nicht Jazz im Kino? Das Bad Wörishofener Filmhaus schien der ideale Ort für Jazzveranstaltungen zu sein. Die charmante Atmosphäre des Hauses, die hervorragende Akustik, und mit Rudolf Huber ein äußerst engagierter Filmhausbetreiber – der neue Standort für „JAZZ GOES TO KUR“ war gefunden. Mittlerweile ist das Filmhaus zu einem unverzichtbaren Bestandteil des Festivals geworden.

Die Künstler, die bei JAZZ GOES TO KUR auftraten, lesen sich wie ein „Who is who“ der deutschen Jazzszene: neben Jiggs Whigham musizierten u.a. Ack van Rooyen, Klaus Doldinger und Passport, Paul Kuhn, Charly Antolini, Pete York, Dusko Goykovich, Harald Rüschenbaum, Don Menza, Hazy Osterwald, Walter Norris, Joan Faulkner, Jan Harrington, Inga Rumpf, Sylvia Droste, das Modern String Quartet, Martin Schmitt, Joja Wendt, Axel Zwingenberger, Herb Geller, die RIAS Bigband, Echoes of Swing, Klaus Ignatzek, Blues Company, Claudio Roditi, Cecil Verny, Louisiana Red, Masha Bijlsma, Peter Fessler, Ignaz Netzer, Joo Kraus, Julian und Roman Wasserfuhr, Tingvall Trio, Caro Josée, Gregor Hilden, Torsten Goods und viele mehr.

1996 erschien eine von Wolfgang Städele vom Bad Wörishofener „Studio 80“ produzierte CD mit den besten Aufnahmen der bisherigen Interpreten, im Jahr 2010 gab es zur 20. Festivalauflage eine zweite, eigene JAZZ GOES TO KUR-Live-CD.

Im Jahr 2012 wurde der Arbeitskreis JAZZ GOES TO KUR mit dem Kultur-Award der Stadt Bad Wörishofen ausgezeichnet.

Neben Dr. „Jazz“ Hans-Horst Fröhlich, Jazzfan und seit 24 Jahren Initiator und
Motor des Festivals, gehören dem Arbeitskreis „JAZZ GOES TO KUR“ inzwischen Veranstaltungsleiterin Anna-Marie Schluifelder sowie die Bad Wörishofer Steffen Karpstein, Bernhard Ledermann jun. und Helge Nufer an. Jazzkenner Helge Nufer besitzt eine der größten Musiksammlungen weit und breit. In seinem mit bester Technik und Unmengen von CDs, Platten und Tonträgern ausgestattetem „Jazz-Paradies“ finden regelmäßig die Programmbesprechungen statt. Auf diese Abende freuen sich alle Beteiligten besonders. Dann werden Platten und CDs durchforstet, Konzert-DVDs angeschaut, eigene Ideen eingebracht und schließlich die Favoriten für das nächste Festival ausgewählt. Bei der Vielzahl der eingesendeten Bands und Künstler hat man die Qual der Wahl. Viel Wert gelegt wird zudem darauf, wie die Bands ihre Musik vermitteln und auf die Bühne bringen. Aus all diesen Vorgaben wird dann ein spannendes Programm ausgewählt.

„Musik ist Vielfalt und vor allem im Jazz gibt es unendlich viele gute Gruppen“, so Anna-Marie Schluifelder. „Uns ist mit dem diesjährigen Programm wieder ein hochkarätiger Querschnitt durch die aktuelle Szene gelungen“, so  Veranstaltungsleiterin Anna-Marie Schluifelder.

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