Geschichte und Entstehung vom Kurhaus Bad Wörishofen

Vom „Museum artis“ zum heutigen Veranstaltungszentrum „Kurhaus“
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  • Kurtheater-Foyer-Schild-Geschichte
  • Kurtheater-Aussenansicht

In der Zeit zwischen dem 18. Februar und dem 8. Juli 1898 erwarb die Kurkommission das „Museum artis“ von den Erben des am 30.01.1898 verstorbenen Kunstmalers Abraham Calissendorf.

Zuvor gab es eine Lesehalle in einer Baracke, die Ludwig Geromiller gekauft hatte und hinter dem heutigen Kneippdenkmal aufstellen ließ. Die Baracke verpachtete er an die Kurkommission.

Das „Museum artis“ war ein 40,5 m langes, 11,2 m breites und 5 m hohes West-Ost ausgerichtetes einstöckiges Gebäude mit einem repräsentativen Eingang zum Sebastianeum hin. Es wurde am 29.05.1895 eröffnet. Dort gab es bereits einen Lesesaal, in welchem in- und ausländische Zeitungen auslagen und Konzerte für die „vornehme Gesellschaft“ abgehalten wurden.

Das Kurtheater Bad Wörishofen entsteht

In der Nacht vom 13. auf den 14. März 1904 brannte das „Museum artis“ auf bis heute ungeklärte Weise innerhalb einer Stunde nieder.

Am 15. November 1904 wurde bei einer Bürgerversammlung der Gemeinde der Beschluss gefasst, für eine Summe von 80.000 Mark ein neues Casino zu bauen. Das Casino wurde nach Plänen der Architekten Hessemer & Schmidt am damaligen Poetenweg vollendet, welches die Hs.Nr. 34 ½ (ab 1913 Kneippstraße 5) erhielt. Die Baukosten betrugen am Ende 116.239 Mark. Die Einweihung erfolgte am 27.05.1906.

Die Gedanken und Beratungen zu einer Umgestaltung des Casinos begannen im Jahr 1953, nachdem die Beschwerden der Kurgäste über die mangelnde Bestuhlung, aber auch der auftretenden Künstler über die viel zu kleine Bühne, sich nachhaltig vermehrten. Im Oktober und November 1953 wurde in mehreren Sitzungen des Stadtrates darüber beraten, wie hier Abhilfe geschaffen werden könnte. Zunächst war nur an eine Saalverbesserung gedacht. Schließlich entschied sich der Stadtrat doch zu einer grundlegenden Umgestaltung. Die Durchführung wurde dem Bad Wörishofener Architekten Jakob Schneider übertragen.

Das Ergebnis: Der neue Saal erhielt eine bequeme Bestuhlung mit 657 Plätzen. Die Lese- und Aufenthaltsräume für Kurgäste wurden neu eingerichtet. Die Bühne wurde großzügig angebaut und mit Künstlerzimmern versehen. Dem Kur- und Tourismusbetrieb (damals noch Kurverwaltung) wurden „ausreichend“ helle und zweckmäßige Büros zur Verfügung gestellt. Nach nur sechsmonatiger Bauzeit erfolgte die feierliche Wiedereröffnung des „Kurtheaters“ am 19. Juni 1954.

Vom Kurtheater zum heutigen Veranstaltungszentrum „Kurhaus“

Auch nach der Eröffnung des Kurtheaters gab es immer wieder Erweiterungspläne. Am 23. Februar 1976 beschloss der Stadtrat den neuen Bebauungsplan für das neue Kurzentrum und damit den Bau des Kurhauses am heutigen Standort.

Die Vorgaben für die anschließende Ausschreibung des Architektenwettbewerbes waren:

  • Platzierung des Neubaus im Zentrum in Verbindung mit dem zu erhaltenden Kurtheater
  • Integration einer ausreichend großen Tiefgarage
  • Mehrfunktionaler Saal ohne feste Bestuhlung mit möglichst großzügiger Lichtdurchflutung
  • Attraktiver und großzügiger Wandelbereich als Verbindung zwischen altem Kurtheater und neuem Kurhaus zur Bereicherung des Schlechtwetterangebotes

Der Spatenstich zum Kurhaus-Bau erfolgte am 15. Oktober 1980, die Einweihung fand drei Jahre später, am 14. und 15. Oktober 1983 statt. 

Generalsanierung des Kurtheaters und Wiedereröffnung am 25. Februar 2012

Die ersten Pläne zu einer erneuten Generalsanierung des Kurtheaters stammen aus dem Jahr 2000 und wurden über den damaligen Stadtbaumeister in die Diskussion im Stadtrat eingebracht. Die aufgrund dieser Pläne erfolgte Kostenermittlung im Jahr 2006 belief sich auf eine Bausumme in Höhe von ca. 5,15 Mio. Euro.

Damit begann auch die offizielle Diskussion in den Entscheidungsgremien der Stadt zur Umgestaltung des Kurtheaters. Nach Ausschau von verschiedensten Möglichkeiten für die Finanzierung dieses Vorhabens wurde ein Architekt mit der Vorplanung beauftragt.

Diesen Auftrag zur Vorplanung der Sanierung und schließlich auch den endgültigen Auftrag zur Durchführung, erhielt das hiesige Architekturbüro Schneider & Cie (nicht verwandt mit dem 1953 beauftragten Architekten Jakob Schneider).

Die erste Vorstellung eines Vorentwurfes erfolgte im Stadtrat am 7. April 2008. Die Kostenschätzung betrug hiernach 3,83 Mio. Euro.

Nach einem Stadtratsbeschluss vom 23. April 2008 wurde die Sanierung durch das Stadtbauamt zusammen mit dem Architekturbüro weiter entwickelt und die Anträge zur Bezuschussung über die Kämmerei bei der Regierung eingereicht.

Nach dem Vorliegen der Detailpläne und der Zusage der Bezuschussung durch die Regierung von Schwaben erfolgte der Auftrag zur Durchführung der Sanierung durch den Stadtrat am 18. Mai 2009. Gleichzeitig wurde ein „Kleiner Bauausschuss“ als Gremium zur Begleitung der Sanierung des Kurtheaters installiert.

Start der Sanierung war am 02.11.2009. Das 1906 eröffnete Kurtheater wurde nach der in drei  Bauabschnitten durchgeführten Generalsanierung am 25.02.2012 wieder eröffnet.

2,1 Millionen Euro wurden in diese Sanierungsmaßnahme investiert, um den Gästen und Bürgern das historische Ambiente des einstigen Casinos mit modernster Technik zurückzugeben.

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