"Jazz goes to Kur" - Konzert mit der Bayrisch Jazz Group

Auf einen Blick

  • mit Eintritt
  • Bad Wörishofen
  • 23.10.2020Terminübersicht
  • 20:00 - 21:30
Künstler:
Agnes Schlaghaufer - Gesang
Hugo Siegmeth - Saxophon, Bassklarinette
Josef Reßle - Piano
Andreas Kurz - Kontrabass
Bastian Jütte - Schlagzeug

Musik ist Leben. Sie saugt Luft ein, bläst sie aus, sie pulsiert. Sie kann überwältigend traurig und tiefgründig sein, oder vor Lust und Glückseligkeit fast zerspringen. Solch eine Musik spielt Hugo Siegmeth mit seiner Bayrisch Jazz Group. 's pure Lebn heißt das Debüt dieses Quintetts, und so klingt dieses Album auch. Musik seines bayerischen Zuhauses hat der Saxophonist aufgegriffen und mit Feingefühl, Wagemut und auch Humor bearbeitet und zu seiner eigenen gemacht. Bayerische oder alpenländische Klänge und Jazz wurden schon öfter miteinander verbandelt, selten aber stand die musikalische Schönheit so im Vordergrund und nicht der rachlederne Effekt. Nicht Volksmusik, sondern Musik aus Bayern hat Siegmeth ausgesucht und deshalb zählen Kompositionen von Isarindianer Willy Michl oder Lieder des Protest-Poeten Konstantin Wecker auch dazu.

Frech und frei nähern sich Siegmeth und seine Band diesen Stücken an, das Zentrum dabei ist die Stimme der Sängerin Agnes Schlaghaufer. Bassist Andreas Kurz und Schlagzeuger Bastian Jütte sind langjährige Weggefährten Siegmeths und Musiker mit herausragendem Gespür für die Nuancen und Feinheiten, die jedes der Stücke braucht. Pianist Josef Reßle unterstreicht mit knisternder Transparenz, was harmonisch aus diesen Volksmusikstücken gemacht wurde. Sein
Klavierspiel gibt Würze und Luft. Der Bandleader ist ausgelassener Virtuose am Tenorsaxophon, swingend-augenzwinkernder Kommentator auf der Bassklarinette und sogar wie eine zweite
Gesangsstimme, wenn sich die Klänge seines Sopransaxophons an die Melodien von Agnes Schlaghaufer anschmiegen.

Siegmeth hat fast vergessene Schätze aus Liedarchiven gehoben. Die Giesinger Mond-Serenade ist so ein Stück. Komponiert in den dunklen dreißiger Jahren von Otto Kuen, der es wagte, zur Nazi-Zeit swingende Volksmusik zu machen. Da Summa is umma, das Abschiedslied der Sennerin am Ende des
Sommers, oder die Melodie mit dem schlichten Titel Almruf gehen unter die Haut. Auch an altbekannte Stücke wie den bayerischen Defiliermarsch und die Zwiefachen Leit, Leit und die Oide
Kath
wagt sich Hugo Siegmeth. Energetisch, rhythmisch knifflig und mitreißend sind diese
Bearbeitungen.

Zwei Eigenkompositionen stehen im Zentrum des Albums: Irmi Haagers Hymne auf die Liebe A Lebn
lang Zeit
und Hugo Siegmeths innig-freie Erinnerung an einen Ort seiner Kindheit, einen Teich in seiner Heimat Banat im heutigen Rumänien, wo er aufwuchs. Wehendes Gras, leichte Wellen kräuseln das Wasser, die Sonne bricht sich in der Oberfläche, alles ist erfüllt von Wärme, Leichtigkeit und Leben. Kaul ist der Titel und das banater Wort für Teich. Hugo Siegmeth steht mit seinem neuen
Album ganz in der Tradition des Jazz und der bayerischen Musik. Immer schon hat sich der Jazz ganz unterschiedlichen musikalischen Einflüssen geöffnet. Und die Musik Bayerns war nie eine des ewigen Mia san mir und Des war scho immer so, sondern in ihrem tiefen Grunde eine des Aufbegehrens und der Suche.

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Oktober 2020

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